Harzbahn 1873
Autor: Klaus Kiermeier
Minen und Eisenbahnen im Harz, in einem Zwei-Personen-Klassiker mit ausdrücklichem technischem Fortschritt.
Harzbahn 1873 — Zusammenfassung
Art der Kapitalisierung
- Inkrementelle Kapitalisierung: Die Gesellschaft erhält beim Floaten nicht ihr gesamtes Kapital auf einmal, sondern kassiert den Startkurs jedes Mal, wenn eine ihrer Aktien tatsächlich verkauft wird, sowohl bei der Erstausgabe (IPO) als auch bei späteren Aktienausgaben.
Floaten und Aktienlimits pro Spieler
- Die 7 regionalen Bahnen (HBE, GHE, NWE, SHE, KEZ, WBE, QLB) floaten bei 60 %; die 5 Bergbaugesellschaften (U, HW, CO, SN, MO) floaten bei 80 %; die MHE (die große externe Gesellschaft, die später auftaucht) beginnt bereits gefloatet (0 %)
- Keine Gesellschaft hat ein echtes Besitzlimit pro Spieler: Die Schwelle liegt bei allen bei 100 %
- Das Zertifikatslimit existiert praktisch nicht: 999, unabhängig von der Spielerzahl (2 bis 5)
Startkapital nach Spielerzahl
- 2 Spieler: 2.100 ℳ Startkapital
- 3 Spieler: 1.400 ℳ Startkapital
- 4 Spieler: 1.050 ℳ Startkapital
- 5 Spieler: 840 ℳ Startkapital
- Die Bank hat unbegrenzt Geld: Das Spiel endet nie dadurch, dass der Bank das Geld ausgeht
- Das Zertifikatslimit existiert praktisch nicht (999, gleich für jede Spielerzahl)
Spielende (End Game Triggers)
- Ein Aktienkurs erreicht das obere Ende der Kursleiste: Die laufende Betriebsrunde wird zu Ende gespielt, dann endet das Spiel
- Phase 5 wird erreicht: Es wird noch ein vollständiger Satz Betriebsrunden gespielt, bevor das Spiel endet
Anzahl der Phasen
- 7 Phasen: 1, 2, 3, 4, 5, 5a und D
- Phase 1 — ohne Zug als Auslöser (Zuglimit 99, 1 Betriebsrunde, nur gelbe Plättchen); die Konzessionen von HBE und GHE sind von Anfang an verfügbar
- Phase 2 — beginnt mit dem ersten 2T-Zug; die Konzessionen von NWE, SHE und KEZ können aktiviert werden
- Phase 3 — beginnt mit dem ersten 3T-Zug (2 Betriebsrunden, grüne Plättchen kommen hinzu); die Konzessionen von NWE, SHE und KEZ werden aktiv; die Wartung der Stufe 1 beginnt; der Kauf dieses Zugs hebt bestimmte Streckensperren auf
- Phase 4 — beginnt mit dem ersten 4T-Zug; die Konzessionen von WBE und QLB werden aktiv; die Wartung steigt auf Stufe 2
- Phase 5 — beginnt mit dem ersten 5T-Zug (3 Betriebsrunden, braune Plättchen kommen hinzu); löst den Countdown zum Spielende aus
- Phase 5a — eine Unterphase ohne neuen auslösenden Zug; die Wartung bleibt auf Stufe 2
- Phase D — beginnt, sobald Dieselzüge gekauft werden können; graue Plättchen kommen hinzu und die Wartung steigt auf Stufe 3 (das Maximum)
Züge und Preise
- 1T — 100 ℳ, Reichweite 1, 2 Stück — Start-/Rangierzug
- 2T — 250 ℳ, Reichweite 2, 10 Stück (günstigere Bergwerksvariante: 2M — 150 ℳ)
- 3T — 450 ℳ, Reichweite 3, 7 Stück (Variante 3M — 300 ℳ); sein Kauf hebt bestimmte Streckensperren auf
- 4T — 750 ℳ, Reichweite 4, 3 Stück (Variante 4M — 500 ℳ)
- 5T — 1.200 ℳ, Reichweite 5, bis zu 99 Stück (Variante 5M — 800 ℳ)
- D (Diesel) — 250 ℳ, praktisch unbegrenzte Reichweite, 7 Stück, erst ab Phase 5a kaufbar
- „T“-Züge sind für Bahnen, die günstigeren „M“-Züge (gleiche Reichweite) sind die entsprechende Variante für Bergwerke
- Züge rosten nie im klassischen 18xx-Sinn: Stattdessen zahlen die Bahnen steigende Wartungskosten für ihre gebauten Strecken, und Dieselzüge werden über ein Tauschpool-System (obere/untere Marke) verwaltet, statt einfach ersetzt zu werden
Privatgesellschaften
- Es gibt keine klassischen Privatgesellschaften: Die Liste der Privaten im Spiel ist leer.
- Stattdessen wird zu Spielbeginn eine Auktion (Mindestgebot 100 ℳ, Schritte von 10 ℳ) für eine Reihe gleichwertiger Objekte abgehalten: die Konzession jeder Bahn (siehe Abschnitt Aktiengesellschaften), die Kaufoption für jede der 5 öffentlichen Bergbaugesellschaften und 15 einzelne kleine Bergwerke (nummeriert von 1 bis 15, jeweils an ein bestimmtes Hexfeld der Karte gebunden, mit Werten zwischen 110 ℳ und 300 ℳ), die später in eine öffentliche Bergbaugesellschaft eingebracht werden können, um Einnahmen aus Maschinen und Wagen zu erzeugen.
Aktiengesellschaften
- Bahnen (floaten bei 60 %, 5 Aktien zu je 20 %; jede hat eine Konzession mit einer verpflichtend zu vollendenden Strecke):
- Halberstadt-Blankenburger Eisenbahn (HBE) — Heimat B19/D15; Konzession ab Phase 1 verfügbar, Kosten 0 ℳ
- Gernrode-Harzgeroder Eisenbahn (GHE) — Heimat G20/I18; Konzession ab Phase 1, Kosten 150 ℳ
- Nordhausen-Wernigeroder Eisenbahn (NWE) — Heimat J7/B9/G6; Konzession ab Phase 3, Kosten 500 ℳ
- Südharzeisenbahn (SHE) — Heimat I2/E4; Konzession ab Phase 3, Kosten 300 ℳ
- Kleinbahn Ellrich-Zorge (KEZ) — Heimat I4/G4; Konzession ab Phase 3, Kosten 100 ℳ
- Wernigerode-Blankenburger Eisenbahn (WBE) — Heimat B9/D15; Konzession ab Phase 4, Kosten 0 ℳ
- Quedlinburger Lokalbahn (QLB) — Heimat E20; Konzession ab Phase 4, Kosten 0 ℳ, ohne Pflichtstrecke (gilt bereits als „vollendet“)
- Bergwerke (floaten bei 80 %, 2 Aktien zu je 50 %, kein Heimatmarker; betreiben Bergwerksplätze statt Strecken):
- Union (U)
- Harzer Werke (HW) — markiert als „vor_harzer“ (ein Sonderstatus, vermutlich ein historisches Bergwerk mit Vorrang)
- Concordia (CO)
- Schachtbau (SN)
- Montania (MO)
- Externe Einheit:
- Magdeburg-Halberstädter Eisenbahn (MHE) — floatet bei 0 %, 10 Aktien zu 10 %, keine Marker; steht für eine auswärtige Bahn, die an die Karte anschließt, aber weder wie die anderen gegründet noch betrieben wird; sie existiert nur als Referenz für den Marktkurs
Spielspezifische Mechaniken
- Keine klassischen Privatgesellschaften: Die Konzession jeder Bahn und die Rechte an den einzelnen Bergwerken werden zu Spielbeginn per Auktion/Draft verteilt
- Jede Bahn muss ihre Konzessionsstrecke bis zu einer festgelegten Phase vollenden, sonst bleibt sie „unvollendet“ und wird bestraft
- Einzelne Bergwerke können in eine öffentliche Bergbaugesellschaft eingebracht werden, die Maschinen und Wagen (als „M“-Züge gekauft) betreibt, um Einnahmen aus dem Erzabbau statt aus Bahnstrecken zu erzielen
- Wartungssystem: Bahnen zahlen Unterhalt für ihre gebauten Strecken, und diese Kosten steigen mit den Phasen über Stufen (1, 2 und 3) – ein laufender wirtschaftlicher Druck, der sich vom klassischen Veralten der Züge unterscheidet
- Dieselzüge werden über einen Tauschpool (obere Marke 40, untere Marke 20) verwaltet, statt zu rosten
- Die Karte unterscheidet Schmalspurabschnitte von Normalspurabschnitten
- Optionale Variante „AAG“, die die Geländekosten des Hexfelds F7 ändert (100 ℳ statt 50 ℳ)
Notverkauf (Emergency Sell)
Hier gibt es überhaupt keine Mechanik im Stil von 1830 — Privatgeld und private Aktien des Direktors werden nie angetastet. Eine Bahn, die sich mindestens einen verfügbaren Zug leisten kann, muss ihn kaufen; kann sie sich keinen leisten, wird sie stattdessen zahlungsunfähig: Alle Aktien in Spielerhand werden ohne jede Entschädigung gelöscht, die verbleibenden Kassenaktien werden in den Pool verkauft, und die Gesellschaft wird anschließend zwangsweise rekapitalisiert — wiederholt umstrukturiert und mit weiteren Aktienverkäufen —, bis sie die Kosten der Reorganisation decken kann. Es ist eine deutlich härtere Mechanik als in 1830, die die Zertifikate der Aktionäre trifft statt den Geldbeutel des Direktors.
Vergleich mit 1830
1. Volle gegenüber inkrementeller Kapitalisierung
In 1830 erhält eine Gesellschaft bei der Gründung ihr gesamtes Kapital auf einmal (volle Kapitalisierung). In
Harzbahn 1873 ist die Kapitalisierung inkrementell: Jede Aktie bringt den Startkurs erst ein, wenn sie tatsächlich
verkauft wird, sowohl bei der Erstausgabe als auch bei späteren Aktienausgaben.
2. Keine klassischen Privatgesellschaften: Konzessionen und Bergwerke werden versteigert
1830 hat 6 klassische Privatgesellschaften, die zu Spielbeginn versteigert werden. Harzbahn 1873 hat gar keine:
Stattdessen werden zu Spielbeginn die Konzession jeder Bahn und die Rechte an einer Reihe einzelner Bergwerke
versteigert.
3. Drei Gesellschaftsgrößen statt einer einheitlichen Größe
In 1830 haben alle 8 Gesellschaften 10 Aktien. In Harzbahn 1873 existieren 7 Bahnen mit 5 Aktien zu je 20 % neben
5 Bergbaugesellschaften mit 2 Aktien zu je 50 % und einer externen Markteinheit (MHE) mit 10 Aktien zu 10 %.
4. Die Gründung einer Gesellschaft verlangt das Vollenden einer Pflichtstrecke
In 1830 genügt zur Gründung einer Gesellschaft der Kauf ihrer ersten Aktie zum gewählten Startkurs. In Harzbahn
1873 hat jede Bahn eine Konzession, die sie verpflichtet, eine vorgegebene Strecke bis zu einer bestimmten Phase zu
vollenden, sonst bleibt sie „unvollendet“ und wird bestraft.
5. Steigende Wartung und ein Dieselpool statt Rost
In 1830 rosten Züge einfach, sobald ein fortgeschrittenerer Typ erscheint. In Harzbahn 1873 rosten Züge nie in
diesem Sinn: Die Bahnen zahlen Wartung für ihre gebauten Strecken, die mit den Phasen über Stufen steigt, und
Dieselzüge werden über ein Tauschpool-System verwaltet, statt einfach ersetzt zu werden.
6. Phasen schalten auch frei, welche Konzessionen gegründet werden können
In 1830 beeinflussen die Phasen nur, welche Plättchenfarben verfügbar sind, und das Zuglimit. In Harzbahn 1873
schalten die Phasen außerdem frei, welche Bahnkonzessionen aktiviert werden können (HBE und GHE ab Phase 1,
NWE/SHE/KEZ ab Phase 3, WBE/QLB ab Phase 4).
7. Maßstab und Schauplatz: ein kleines, regionales Schmalspurspiel
1830 bildet den Nordosten der Vereinigten Staaten mit großen Gesellschaften auf einer weitläufigen Karte nach.
Harzbahn 1873 ist ein kleines, regionales Design für 2–5 Spieler, angesiedelt bei den Schmalspurbahnen des
Harzes in Deutschland.
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